Renate Syed: "Journalismus in Indien", Stuttgart, 23.Juli.2016, 16 Uhr

13. Indisches Filmfestival, 20.-24. Juli 2016, Filmbüro Baden-Württemberg

 

Tea-Talk, Samstag, den 23.7.2016, 16.00, Metropol-Theater, Stuttgart

Indien ist kein Land, sondern ein Kontinent mit zahlreichen Kulturen und einer großen Sprachenvielfalt, die sich in einer vielfältigen Presse zeigt. Indien hat mehr als 100.000 registrierte Zeitungen und Zeitschriften und die Auflagen steigen kontinuierlich, zumal digitale Medien und das Internet noch nicht weit verbreitet sind. Zu unterscheiden sind die großen überregionalen Tages- und Wochenzeitschriften, die häufig auf Englisch erscheinen und die unzähligen Organe in den Regionalsprachen. Diese Diversität erzeugt eine Vielzahl von Diskursen und macht die Presselandschaft so vielstimmig wie in kaum einem anderen Land.

Die Presse hat in Indien einen guten Ruf, sie war ein wichtiges Medium im Unabhängigkeitskampf gegen die Briten, die im späten 18. Jh. die ersten Zeitungen gründeten, darunter die Times of India. Viele Journalisten sind angesehene Intellektuelle, die oftmals liberal ausgerichtet, vor allem die regierende hindukonservative BJP und die Hindutva-Bewegung scharf kritisieren.

Die Presse ist weitestgehend frei, unabhängig und regierungskritisch; Minderheiten, AktivistInnen und KitikerInnen können sich hier äußern. Doch es gibt auch Schattenseiten: Unter Premierministerin Indira Gandhi war die Pressefreiheit zeitweilig eingeschränkt, und seit 1992 sind mindestens 38 Journalisten getötet worden.

Der Vortrag möchte die Vielfalt der modernen indischen Printmedien, ihre Geschichte und ihre heutige Rolle in Politik und Gesellschaft darstellen und Fragen nach der ideologischen Ausrichtung, nach Pressefreiheit und Zensur beantworten.

Mishima Yukio

Arthur Schopenhauer