"Mein Herz sehnt sich nach Tod und Nacht und Blut": Mishima Yukio, 1925-1970

Ein Vortrag von R. S. über den japanischen Schriftsteller Mishima Yukio. Veranstalter ist die Deutsch-Japanische Gesellschaft. Der Vortrag findet statt am Freitag, den 20. Oktober 2017 im Internationalen Begegnungszentrum der Wissenschaften (IBZ) in München, Amalienstr. 38. Er beginnt um 19 Uhr.

Mishima, der 1925 als Hiraoka Kimitake geboren wurde, war Japans exzentrischster Künstler. Seine zahlreichen Romane behandeln klassische Themen der japanischen Literatur, die er mit mikroskopischem Blick betrachtet. Mishima war nicht nur ein ebenso verehrter wie geschmähter Schrifsteller, sondern auch Jurist, Dramatiker, Schauspieler und nationalistischer politischer Aktivist, der Japans alten Glanz und das Kaisertum feierte und beides durch die Moderne entmachtet sah. 

Mishima, ein weitgereister Kenner der europäischen Literatur und Kunst, verehrte die Kultur seiner Heimat leidenschaftlich und die beklagte die "Verweichlichung" Japans in der Nachkriegszeit; für ihn war der Japaner Krieger und Samurai, das Schwert sein Symbol. Am 25. November 1970 endete Mishimas orgiastisches Leben mit einer lange geplanten, theatralisch inszenierten und halböffentlichen Selbstentleibung durch das Schwert. Diesen Tod hatte er zuvor, in seiner Erzählung "Patriotismus" beschrieben. Mishimas letzte Worte waren: "Lang lebe der Tenno!"

Das Titelzitat entstammt Mishimas autobiographischem Roman "Bekenntnis einer Maske".

 

 

Mishima Yukio

Arthur Schopenhauer