"Hannah Arendt und die Frage der 'Judenräte': 'Das dunkelste Kapitel in der ganzen dunklen Geschichte'? " Drei Vorträge im Gasteig

Hannah Arendt nannte das Handeln der Judenräte in den Ghettos "Das dunkelste Kapitel in der ganzen dunklen Geschichte" und stieß mit ihrer Kritik an den von den Deutschen eingesetzten Judenräten auf heftigen Widerstand. Die Vortragsreihe im Gasteig möchte diesem "dunklen Kapitel" nachgehen.

1. Vortrag, Montag 24. Juni, 18.00: "Hannah Arendts Bewertung der 'Judenräte' "

2. Vortrag, Montag, 1. Juli, 18.00: "Die 'Judenräte' am Beispiel von M. Chaim Rumkowski, dem 'Ältesten der Juden in Lodz'

3. Vortrag, Montag, 8. Juli, 18.00: "Reaktionen auf Hannah Arendts Bewertung am Beispiel Gershom Sholems"

Bekanntlich setzten die Nationalsozialisten u.a. in den Ghettos jüdische Intellektuelle als sog. "Judenräte" ein, die ihnen als Verantwortliche für die Organisation dienen mussten und denen die Auswahl der in die Vernichtungslager zu Deportierenden oblag, während die Deutschen die Zahlen vorgaben. Nach dem Krieg wurden die "Judenräte" und ihre Funktion kritisch gesehen; sie wurden u.a. als den Nazis zuarbeitende Kollaborateure verurteilt, so von Hannah Arendt, die von der "Rolle der jüdischen Führer bei der Zerstörung des eigenen Volkes" sprach. Die Vortragsreihe setzt sich mit den "Judenräten" und ihrer Situation auseinander. Ihre Zwangslage und ihr Handeln wird exemplarisch am Beispiel M. Chaim Rumkowskis geschildert.

Nataraja

 

Hannah Arendt 1975