Im Gedenken an Klara Habel, geb. 1922, ermordet 1941 in Rumbula bei Riga

Im Gedenken an Klara Habel

 

geb. am 27.8.1922 in Berlin, ermordet am 30.11.1941 in Rumbula bei Riga

 

Ein Essay von Renate Syed

 

Vor dem Haus Marienstraße 27 in Berlin Mitte wurde am 20. Oktober 2014 ein "Stolperstein" verlegt, auf dem wir lesen: Hier wohnte / Klara Habel / Jg. 1922 / Deportiert 27.11.1941 / Riga / Ermordet 30.11.1941 / Rumbula

 

Klara Habel, die bei ihrer Deportation 19 Jahre alt war, wurde am 27.11.1941 mit 1034 anderen Juden, Männern, Frauen und Kindern, in einem Personenwagen der 3. Klasse der Reichsbahn vom Bahnhof Grunewald nach Riga deportiert, dort von deutschen SS-Männern unter dem Kommando des HSSPF (Höherer SS- und Polizei-Führer) Friedrich Jeckeln in das Rumbula-Wäldchen getrieben und in einer Grube erschossen. In der zynischen Sprache der Nationalsozialisten wurde Klara Habel "nach dem Osten umgesiedelt".

 

Stolpersteine sind nicht unumstritten, weil sie oft übersehen und achtlos mit Füßen getreten werden. Manchen erinnern Stolpersteine an die jüdischen Grabsteine, die von den Nazis geschändet und als Pflastersteine verwendet wurden, andere beklagen, der genannte Mensch werde auf den Tod reduziert. Ganz Unrecht haben die Kritiker nicht: Während mehrerer Stunden am Donnerstag, dem 2. April 2015, nahm nicht ein einziger Passant den Stolperstein Klara Habels wahr; und außer ihrem Geburtsjahr, ihrem Wohnort im Jahr 1941 und ihrem Todesdatums scheint nichts von ihr bekannt zu sein. Auf einer website ist zu lesen, dass Klara Habel am 27.8.1922 in Berlin geboren wurde. (http://www.stolpersteine-berlin.de/de/biografie/7079) Den Kritikern muss man entgegenhalten, dass Klara Habel ohne den Stolperstein wohl ganz aus der Erinnerung gefallen wäre; es ist unbekannt, ob sie Verwandte hatte, deren Nachkommen leben.

 

Lebte Klara allein? Neben ihrem Stolperstein ist ein zweiter zu sehen, er erinnert an Hermann Sziff, Jahrgang 1875, der am 15.8.1942 nach Riga deportiert und dort am 18.8.1942, ebenfalls im Rumbula-Wald, ermordet wurde. War er mit Klara verwandt? Wir wissen es nicht, wir wissen jedoch einiges über den Weg und den Tod der am 27.11.1941 nach Riga deportierten und in Rumbula ermordeten eintausendundfünfunddreißig Jüdinnen und Juden.

 

"Am 12. November 1941 befahl Himmler dem HSSPF Ostland, Friedrich Jeckeln, die etwa 30 000 Juden des Rigaer Ghettos zu ermorden. (…) Am Tage des ersten Massakers an den Rigaer Juden war in den frühen Morgenstunden ein Transport mit 1000 Juden aus Berlin auf dem Bahnhof der Stadt eingetroffen. Jeckeln hielt es nicht für angemessen, diese Neuankömmlinge in ein Ghetto zu schicken, das sich in vollem Aufruhr befand und von dem aus in jeder Minute der Treck nach Rumbula beginnen würde. Die Lösung lag nahe: Die Berliner Juden wurden geradewegs vom Bahnhof in den Wald transportiert und auf der Stelle ermordet." (Saul Friedländer, Die Jahre der Vernichtung. Das Dritte Reich und die Juden 1939-1945, München 2006, S. 289) Unter den "1000 Juden aus Berlin" war Klara Habel.

 

Im September des Jahres 1941 gibt Hitler den mündlichen Befehl, mit der "Evakuierung" der Juden aus dem Reich zu beginnen; am 6. Oktober 1941 sagt er an seiner Mittagstafel, alle Juden müssten aus Berlin "verschwinden", "am besten nach Riga und Minsk".  Am 30. Januar 1939 hatte Hitler im Reichstag verkündet, "Ich will heute wieder ein Prophet sein", und "Wenn es dem internationalen Finanzjudentum in- und außerhalb Europas gelingen sollte, die Völker noch einmal in einen Weltkrieg zu stürzen, dann wird das Ergebnis nicht die Bolschewisierung der Erde und damit der Sieg des Judentums sein, sondern die Vernichtung der jüdischen Rasse in Europa."  (Unterstreichung R. S.)   

 

Am 16. November, elf Tage, bevor Klara Habel deportiert wird, kann sie und mit ihr eine Million Leser der Wochenzeitung Das Reich, die sich an das gebildete Bürgertum und das Offizierskorps richtet, einen von "Reichsminister Dr. Goebbels" verfassten Leitartikel lesen, in dem dieser auf Hitlers Drohung Bezug nehmend, unter der Überschrift "Die Juden sind schuld!" schreibt: "Die historische Schuld des Weltjudentums am Ausbruch und an der Ausweitung dieses Krieges ist so hinreichend erwiesen, daß darüber keine Worte mehr zu verlieren sind. Die Juden wollten ihren Krieg, und sie haben ihn nun. Aber es bewahrheitet sich an ihnen auch die Prophezeiung, die der Führer am 30. Januar 1939 im Deutschen Reichstag aussprach. (…) Wir erleben eben den Vollzug dieser Prophezeiung, und es erfüllt sich damit am Judentum ein Schicksal, das zwar hart, aber mehr als verdient ist. Mitleid oder gar Bedauern ist da gänzlich unangebracht." (Unterstreichung R. S.)

 

Dieser offene Hinweis auf den seit zwei Jahren im Osten laufenden und in umfassendem Ausmaß geplanten Genozid war für jedermann les- und verstehbar, Das Reich hatte eine Auflage von 1,4 Millionen Exemplaren. Jeder, der etwas über die Behandlung der jüdischen Nachbarn wissen wollte, die nach und nach verschwanden (im Volksjargon: "abgeholt wurden"), konnte es wissen, zumal Frontsoldaten in Briefen, aber auch auf Heimaturlaub, von den Massakern im Osten berichteten. Das "Gesetz zum Schutze des deutschen Blutes und der deutschen Ehre" gab es seit sechs Jahren, die Entrechtung und die Enteignung der Juden waren mit weitestgehender Billigung des Volkes und seiner Eliten, der Polizei, der Juristen, der Kirchen und Pastoren, der Professoren, Ärzte, Diplomaten, Adeligen und Industriellen seit fast acht Jahren im Gange und (fast) jedermann kannte sie. Peter Longerich ("Davon haben wir nichts gewusst!" Die Deutschen und die Judenverfolgung, München 2006) hat nachgewiesen, dass jeder in Deutschland etwas wissen konnte, dass die meisten Deutschen jedoch in "psychischer Selbstblockade" die Möglichkeit des Wissens abwehrten. In einem Interview sagte Longerich: "Wobei man unterscheiden muss zwischen bloßer Information und tatsächlichem Wissen. Wissen setzt voraus, dass man sich Dinge in einem unter Umständen mühsamen Prozess bewusst macht." Und das eben taten die allermeisten Deutschen nicht. Longerich: "Der Mord an den Juden wurde auf der einen Seite als Staatsgeheimnis behandelt, auf der anderen Seite sandte das Regime immer wieder klare Signale aus, dass es die Juden umbrachte, ´vernichtete`, ´ausrottete`, wie es in offiziellen Stellungnahmen hieß. Einzelheiten, etwa über die Vernichtungslager, wurden allerdings zu keinem Zeitpunkt verbreitet. Doch was sich hinter der Ostfront abspielte, war seit dem Winter 1941/42 durch die Berichte von Soldaten zum großen Teil bekannt. So wurde der Mord an den Juden eine Art öffentliches Geheimnis, das in seinen Details verschwiegen, in seinen Umrissen aber klar kommuniziert wurde. Meine These ist, dass die breite Bevölkerung dadurch in Mithaftung genommen werden sollte." (Zitate aus: Die Wahrheit der Propaganda, in: Tatsächlich war schon die Deportation ein gewaltiges Unrecht, das niemand hätte dulden dürfen. Was ahnte, was wusste Klara Habel?

 

Da Hans Frank, "Generalgouverneur" des besetzten Polen, und die Kommandanten der Ghettos im "Generalgouvernement" sich wegen der Überfüllung der Ghettos weigern, Transporte aufzunehmen, entscheidet man sich für das besetzte, ehemals sowjetrussische Gebiet als Zielort der "Reichsjuden". Am ersten Oktober, es ist Jom Kippur, bestellt Hans Prüfer, der stellvertretende Chef des "Judenreferates" der Staatspolizeistelle Berlin, führende Mitglieder der Reichsvereinigung ein, kündigt ihnen die "Umsiedlung der Juden aus dem Reich" an und fordert sie auf, Listen von jeweils tausend Gemeindemitgliedern aufzustellen und ihnen brieflich die "Aufforderung zur Umsiedlung" zukommen zu lassen. Die Jüdische Gemeinde hiermit zu beauftragen, war eine besonders perfide Strategie des RSHA (Reichssicherheitshauptamt): Zum einen mag der Umstand, dass die Aufforderung von der eigenen Gemeinde verschickt wurde, bei den Betroffenen die Angst vor der "Umsiedlung" gemildert haben, zum anderen wurde die Herkunft des Befehls aus dem RSHA verschleiert, denn niemand konnte erkennen, wer welche Befehle wann gegeben hatte. Diese Strategie einer jüdischen Instanz zwischen Tätern und Opfern, die möglicherweise auf Heydrich zurückgeht, findet in der sog. "Selbstverwaltung" der Ghettos ihre Fortsetzung, wo man die Ältesten der Gemeinden zwang, Transportlisten zu erstellen. Der Befehl, die Listen zu erstellen, stellte die Vertreter der jüdischen Gemeinden wie die "Judenräte" vor die Frage: Wen schützen, wen preisgeben und schließlich, wen zum Leben, wen zum Tod?

 

Am 10. Oktober gibt Reinhard Heydrich, Chef der Sicherheitspolizei und des Sicherheitsdienstes der SS, den Befehl, in Riga und Minsk fünfzigtausend Juden aufzunehmen und fünf Tage später gehen die ersten Transporte "nach dem Osten" ab, "in täglichen Transporten zu je tausend Personen", wie Heydrich dem Reichsführer SS und Chef der Deutschen Polizei, Heinrich Himmler, meldet. Gestapo-Beamte erscheinen mit Helfern der Jüdischen Gemeinden in den Wohnungen der Aufgerufenen, die man zuvor schriftlich benachrichtigt hat.

 

 Etwa dreiundvierzigtausend bis fünfzigtausend Jüdinnen und Juden, Erwachsene, Greise und Kinder, werden vom 15. Oktober bis 15. Dezember 1941 aus dem "Großdeutschen Reich" "nach dem Osten" deportiert, zuerst in das Ghetto von Łόdź, nun "Litzmannstadt", dann nach Minsk, Kowno/Kaunas und Riga. (Zu den Zahlen der Deportierten siehe: Alfred Gottwaldt, Diana Schulle: Die „Judendeportationen“ aus dem Deutschen Reich 1941-1945, Wiesbaden 2005, S.444/445) Doch als die ersten Deportierten aus Breslau, Frankfurt, Wien, München und Berlin in Riga eintreffen, gibt es dort weder ein Lager noch Platz im Ghetto und einige tausend Deportierte werden nach Kowno/Kaunas in Litauen umgeleitet und im Fort IX von den Angehörigen des Einsatzkommandos 3 erschossen. "Wenn wir diese Pest ausrotten, so vollbringen wir eine Tat für die Menschheit, von deren Bedeutung sich unsere Männer draußen noch gar keine Vorstellung machen können", verkündet Hitler am 21. Oktober bei Tisch und vier Tage später sagt er beim Abendessen über die Juden das, was ähnlich schon in "Mein Kampf" zu lesen war: "Diese Verbrecherrasse hat die zwei Millionen Toten des Weltkrieges auf dem Gewissen, jetzt wieder Hunderttausende ... Es ist gut, wenn uns der Schrecken vorangeht, daß wir das Judentum ausrotten."  

 

Am 31.10. erlässt Adolf Eichmann, der Leiter des Referats IV B 4 ("Juden- und Räumungsangelegenheiten") des RSHA Richtlinien für die sog. "Abschiebung der Juden in das Reichskommissariat Ostland". Eichmann, der bei seinem Prozess in Jerusalem sagen wird, er persönlich habe nichts gegen Juden gehabt und "das sind keine persönlichen Entscheidungen gewesen. Wäre ich nicht dort gewesen, irgendjemand anderer hätte genau dieselben Entscheidungen treffen müssen, auf Grund der vorliegenden Weisungen, Verordnungen und Befehle", ist als "bureaucratic killer" auch für die Deportation Klara Habels mitverantwortlich. Eichmann sagte in seinem Prozess in Jerusalem auf die Frage, ob er, als er den Kommandanten von Auschwitz, Rudolf Höß, dort besuchte und die Vernichtungsmaschinerie begutachtete, diesen als einen Verbrecher betrachtet habe: "Meine inneren Gefühle gebe ich nicht preis." Ein anderer Schreibtischtäter, Eichmanns Transportoffizier, SS-Hauptsturmführer Franz Novak, der die Transporte in die Vernichtungslager koordinierte, wird bei seinem Prozess 1964 sagen: "Auschwitz war für mich nur ein Bahnhof."

 

Die Aufforderung, sich zur "Abwanderung" bereit zu halten, wird an "Fräulein Klara Sara Habel" gerichtet gewesen sein, denn seit dem 1.1.1939 müssen männliche Juden den Zusatznamen "Israel" und weibliche den Namen "Sara" tragen. Klara Habel konnte in dem ihr zugestellten Schreiben lesen: "Betr. Abwanderung. Ihre Abwanderung ist für Donnerstag, den 27. November 1941, behördlich angeordnet worden. (…) In der Anlage ist ein Merkblatt beigefügt, das alle zu beachtenden Anweisungen enthält. Wir bitten Sie herzlich, diese Anweisungen genauestens zu befolgen und die Transportvorbereitungen in Ruhe und Besonnenheit zu treffen. (…) Jüdische Kultusvereinigung zu Berlin e.V. Der Vorstand." Der Brief ist ohne Anrede und ohne persönliche Unterschrift. (Siehe: Die Grunewald-Rampe. Die Deportation der Berliner Juden, bearbeitet von Horst Neumann, Berlin 1993, Dokument 12, S.82) Anfang Oktober 1941 leben in Berlin etwas mehr als 72.900 sog. "Volljuden"; warum Klara Habel mit einem der ersten Transporte deportiert wird, ist nicht feststellbar. 

 

Von ihrer Wohnung in der Marienstraße geht Klara Habel am 27.11., wie angewiesen, in die Synagoge an der Levetzowstraße in Moabit, die nun "Sammelstelle" ist. (Die Liberale Synagoge war mit 2000 Sitzplätzen eine der größten Synagogen Berlins; sie war in der Pogromnacht, im Volksmund: "Reichskristallnacht" genannt, im November 1938 angezündet und geschändet, aber nicht zerstört worden). Es ist nicht anzunehmen, dass sie mit einem öffentlichen Verkehrsmittel fährt, da am 13.9. folgende Anweisung ergangen war: "Juden dürfen öffentliche Verkehrsmittel nur auf den Wegen von und zur Arbeitsstelle benutzen." Der lange Weg von Mitte durch den Tiergarten bis nach Moabit dürfte mit dem Gepäck nicht leicht gewesen sein. Den am Stadtrand liegenden Bahnhof Grunewald erreicht Klara Habel wahrscheinlich auch zu Fuß, denn nur Kranke, Alte und Kinder werden auf Lastwagen transportiert; alle anderen werden unter Polizeibewachung in Kolonnen durch die Straßen getrieben, für jedermann sichtbar. Auf einem Gleis des Güterbahnhofs Grunewald steht der Personenwagen der 3. Klasse, in dem sie nach Riga deportiert wird.

 

Klara Habel darf laut des Schreibens, das sie erhielt, 50 kg Gepäck, 50 Reichsmark und Verpflegung für sechs Tage, nicht aber größere Summen Geldes, Wertsachen oder Schmuck mitnehmen. Auf dem Bahnsteig befinden sich Helfer und Helferinnen der Jüdischen Gemeinde, die Brote, Tee, Kleidung und Hygieneartikel verteilen. (Siehe: Hildegard Henschel, Aus der Arbeit der Jüdischen Gemeinde Berlins während der Jahre 1941-1943. In: Zeitschrift für die Geschichte der Juden 9, 1972) Klara Habel wird den "Judenstern" auf ihrem Mantel getragen haben, denn nach der am 1.9.1941 von Heydrich gezeichneten "Sternverordnung" müssen alle Juden im "Großdeutschen Reich" dieses gelb-schwarze Kennzeichen aus Stoff, handtellergroß, fest angenäht und sichtbar tragen; in dem Merkblatt, das sie mit der Aufforderung zur "Abwanderung" erhielt, heißt es: "JUDENSTERNE sind nicht nur auf dem Reisemantel, sondern auch auf dem Reiseanzug bzw. -kleid in vorschriftsmäßiger Form festangenäht zu tragen." Bemerkenswert ist der Hinweis, von sämtlichen in der Wohnung zurückgelassenen Kleidungsstücken seien die "Judensterne" zu entfernen; dies zeigt, dass man die Kleidung der Deportierten an "Volksgenossen" verteilte. Der in den Wohnungen verbliebene Besitz wie Möbel, Teppiche, Bilder, Porzellan u. a. wurde häufig sofort vor Ort versteigert, fast immer erwarben die Nachbarn das Raubgut. Die von den Juden geräumten Wohnungen wurden Parteigenossen und Ausgebombten übergeben. Dies zeigt, dass niemand an eine Rückkehr der "Umgesiedelten" glaubte.

 

Die Juden werden von der Reichsbahn zum Gesellschaftsfahrtentarif befördert, einfache Fahrt ohne Rückfahrt, Basistarif ist der Fahrpreis 3. Klasse, vier Pfennige pro Person pro Kilometer, Kinder unter zwölf Jahren zahlen den halben Preis, Kinder unter vier Jahren fahren umsonst und für Transporte über 400 Personen gewährt die Reichsbahn dem Reichssicherheitshauptamt die übliche Gruppenermäßigung von 50%, Ausflüglergruppen vergleichbar. Die Reichsbahn stellte dem RSHA die oftmals hohen Kosten für die "Aussiedlertransporte" in Rechnung und dieses bezahlt mit den Millionen, die man den Juden zuvor geraubt hatte, denn das gesamte Eigentum der Deportierten wurde als "staatsfeindliches Vermögen" vom Reich eingezogen. Juden wurde gemäß der 11. Verordnung zum Reichsbürgergesetz vom 25.11.1941 die Staatsbürgerschaft entzogen, wodurch ihr Vermögen dem Reich zufiel: "§ 3: Das Vermögen der Juden, die die deutsche Staatsangehörigkeit auf Grund dieser Verordnung verlieren, verfällt mit dem Verlust der Staatsangehörigkeit dem Reich. (…) Das verfallene Vermögen soll der Förderung aller mit der Lösung der Judenfrage in Zusammenhang stehenden Zwecke dienen." (Die Grunewald-Rampe, S.31) Dies bedeutet, dass die Juden ihre eigene Deportation bezahlen mussten. "There was no budget for destruction, confiscated (jewish, R. S.) property had to be used for the payments (des RSHA an die Reichsbahn, R. S.)", so der Historiker Raul Hilberg in einem Interview mit Claude Lanzmann. (In Teil 2 der Dokumentation „Shoah“, 1985, ab 1.52.00)

  

 

Zu dem Transport, in dem sich Klara Habel befindet, schreiben die Historiker Gottwaldt und Schulle: "Bei dem ersten Sonderzug mit deutschen Juden, der in Riga eintraf, handelte es sich bereits um den ´7. Osttransport` aus Berlin. Der Zug (…) trug bei der Reichsbahn vermutlich die Nummer ´Da 31`. Das Durchschnittsalter seiner Teilnehmer belief sich auf 46 Jahre, darunter befanden sich 38 Kinder bis zum zehnten Lebensjahr und auch vier über siebzigjährige Personen."( Alfred Gottwaldt, Diana Schulle, S.121) Der Zug wird von 15 bis 20 Ordnungspolizisten begleitet, die in einem Wagen 2. Klasse fahren. Die Wagen mit den Deportierten waren von außen verschlossen bzw. verplombt und wurden in manchen Bahnhöfen zum Wasserfassen geöffnet.

 

Ein Hauptmann der Schutzpolizei namens Salitter hat einen als "Vertraulich " überschriebenen "Bericht über die Evakuierung von Juden nach Riga … vom 11.12.-17.12.1941" vorgelegt, in dem der Streckenverlauf von Düsseldorf nach Riga und die auf dem Weg auftretenden Probleme geschildert werden. (Die Grunewald-Rampe, S.101-108) Ein in diesem Bericht erwähnter Vorfall ist bemerkenswert: In Konitz gerät Salitter mit dem Stationsvorsteher in Streit, der das Rangieren und den Aufenthalt des Zuges in seiner Station nicht dulden will, warum auch immer; Salitter: "Er stellte sogar das Ansinnen an mich, einen Wagen in der Mitte des Zuges von Juden zu räumen, ihn mit meinem Kommando zu belegen und die Juden im Begleitwagen 2. Klasse unterzubringen. Es erscheint angebracht, diesem Bahnbediensteten von maßgebender Stelle einmal klar zu machen, dass er Angehörige der Deutschen Polizei anders zu behandeln hat als Juden. Ich hatte den Eindruck, als ob es sich bei ihm um einen von denjenigen Volksgenossen handelt, die immer noch von den ´armen Juden` zu sprechen pflegen und denen der Begriff ´Jude` völlig fremd ist." (S.104) Dieses Beispiel zeigt, dass selbst eine nicht eindeutig, sondern verhalten und interpretationsoffen formulierte Verweigerung der Zusammenarbeit umgehend mit Denunziation beantwortet wurde.

 

Der Zug der Reichsbahn, in dem sich Klara Habel befindet, fährt die Strecke Berlin, Küstrin, Schneidemühl, Firchau, Konitz, Dirschau südlich von Danzig, Marienburg, Elbing, Königsberg, Insterburg, Tilsit, Mitau, Riga/Šķirotava. Die Entfernung beträgt etwa 1200 km. Während sich der Zug aus Berlin Riga nähert, geschieht dort Folgendes: Der eben zum HSSPF, Höheren SS- und Polizeiführer Russland-Nord und Ostland ernannte Friedrich Jeckeln, General der Waffen-SS und Polizei, ist ein Gegner des Plans, Juden als Arbeiter zu verwenden und entscheidet mit Himmlers Billigung, das Ghetto von Riga zu räumen und die Juden zu ermorden. Der Jude sei Kriegsfeind, sonst nichts, ist Jeckelns Meinung; es handele sich hier um einen erbarmungslos zu führenden "Rassenkrieg". Am 20. November hatten dreihundert russische Kriegsgefangene unter Aufsicht von Deutschen und lettischen "Hilfswilligen" in einem Kiefernwald namens Rumbula bei Riga auf einer leichten Erhöhung sechs riesige Gruben ausgehoben, jede mit einer Erdrampe versehen, in der Stufen zum Grubenboden führen. Den Platz für die Erschießungen bei Rumbula hatte Jeckeln selbst ausgesucht. 

 

Während der Zug, in dem Klara Habel ist, sich Riga nähert, verschickt Reinhard Heydrich, SS-Obergruppenführer und Leiter des RSHA, an Staatssekretäre und SS-Hauptamtchefs Einladungen zu einer Besprechung am 5. Dezember, auf der unter größter Geheimhaltung die "Endlösung der Judenfrage" verhandelt werden soll. Die Konferenz "mit anschließendem Frühstück" wird jedoch erst am 20. Januar 1942 stattfinden und als "Wannsee-Konferenz" in die Geschichte eingehen, auf der die sog. "Endlösung" mit dem Ziel der Ermordung von 11 Millionen Juden getroffen wird und deren Protokoll Adolf Eichmann führt. Der Genozid an den Juden ist im Januar 1942 allerdings bereits seit über zwei Jahren im Gange.

 

Während sich der Zug aus Berlin Riga nähert, räumen deutsche Polizisten und SS-Männer unter Mithilfe des lettischen Nationalisten Viktor Arājs und seiner Milizionäre auf Jeckelns Befehl das Rigaer Ghetto und töten Hunderte, wenn nicht Tausende. Die Überlebenden dieses Massakers werden am Sonntag in Rumbula erschossen.

 

Der Zug mit den 1035 Jüdinnen und Juden, unter denen Klara Habel ist, erreicht nach zweieinhalb Tagen und zwei Nächten, mit langen Aufenthalten in Bahnhöfen (Wehrmachtszüge haben Vorrang), am Sonnabend, den 29. November, gegen Abend den Bahnhof Šķirotava, der fünf Kilometer von Riga entfernt ist. In dieser Nacht fallen zehn Zentimeter Schnee, die Temperatur beträgt acht Grad unter Null. In der Nacht auf den Sonntag lässt Jeckeln den Zug mit den Berliner Juden von Šķirotava auf ein Abstellgleis der Bahnstation Rumbula bringen, die Insassen herausholen und in "Marschblöcken" zu 50 Personen auf einen Feldweg treiben, der sich dreihundert Meter durch einen Kiefernwald zu einem kleinen Hügel schlängelt, auf dem die sechs Gruben ausgehoben sind. Hinter der Kolonne fahren Lastwagen, auf die man die "auf der Flucht Erschossenen" wirft. Fliehen kann niemand, denn deutsche Ordnungspolizisten haben das Gebiet in enger werdenden Absperrketten lückenlos abgeriegelt und überall Soldaten mit Schäferhunden aufgestellt.

 

Ein beteiligte SS-Mann sagt nach dem Krieg vor Gericht folgendes aus: "Ich muss noch sagen, daß den (Berliner) Juden das Handgepäck belassen worden war, daß sie dieses aber unterwegs nach und nach vor Erschöpfung wegwarfen. Auf dem Marsch ist es auch zu Mißhandlungen der Juden gekommen. Es wurden auch marschunfähige Juden erschossen, ich habe Schüsse gehört und Tote gesehen. (…) Einige fragten verwirrt: Was macht ihr bloß mit uns? Wir sollten doch umgesiedelt werden! (…) Und auch einige Wächter wunderten sich, warum sich unter den Opfern plötzlich Juden befanden, die ´einwandfreies Deutsch` sprachen und offensichtlich aus  Berlin und nicht aus Riga stammten." (Quelle bei Andrej Angrick, Peter Klein: Die „Endlösung“ in Riga. Ausbeutung und Vernichtung 1941-1944, S.160 f.; die alte Rechtschreibung wurde beibehalten.)

 

Jeckeln nahm Himmlers Befehl zur Liquidierung des Ghettos von Riga als Freibrief, auch die Berliner Juden zu töten, obwohl er dazu nicht bemächtigt war; für ihn waren lettische und deutsche Juden als "Rassenfeinde" gleichermaßen rechtlos. Jeckeln wird bei seiner Vernehmung in sowjetischer Gefangenschaft aussagen, er habe den Befehl zur Räumung des Ghettos von Himmler persönlich erhalten, der ihm auch befahl, "alle im Ostland sich befindenden Juden bis zum letzten Mann umzubringen" und angefügt habe, dies sei des Führers Wunsch und Befehl. Doch einiges weist darauf hin, dass Himmler keine Tötung der "Reichsjuden", unter denen Klara Habel war, wollte und Jeckeln eigenmächtig handelte. Eine Eintragung im Telefonkalender des "Reichsführers SS" unter dem 30. November lautet: "Judentransport aus Berlin. Keine Liquidierung." (Peter Witte, Michael Wildt, Martina Voigt: Der Dienstkalender Heinrich Himmlers 1941/42. Hamburg 1999) Auf dem Transport  befanden sich Frontsoldaten des Ersten Weltkriegs mit Tapferkeitsauszeichnungen, denen man die "Verlegung" in das sog. "Altersghetto" Theresienstadt zugesagt hatte. Doch als Himmlers Befehl, die "Reichsjuden" als Arbeitskräfte zu verwenden, am Sonntag um 13.30 in Riga eingeht, sind sie bereits tot. Himmler ist über Jeckeln verärgert, lässt nach Riga funken, er werde "Eigenmächtigkeiten und Zuwiderhandlungen bestrafen" und beordert Jeckeln in sein ostpreußisches Hauptquartier. (Der Funkspruch wurde von den Briten abgefangen und entschlüsselt; sie waren also über die Vorgänge informiert.)

 

"Der HSSPF Jeckeln hatte mit seinem radikalen Vorgehen zum einen die Kompetenzen des RSHA verletzt, welches zu diesem Zeitpunkt überhaupt in einer gewissen Opposition zur Ghettoaktion stand, und zum anderen den Befehl Himmlers zur Vernichtung des Rigaer Ghettos in eigenmächtiger Weise überinterpretiert." (Andrej Angrick, Peter Klein, S. 162) Jeckeln wird von Himmler gerüffelt, sonst geschieht ihm nichts. Jeckeln leitet am 7. und 8. Dezember weitere Massaker an lettischen Juden, einen Tag später lässt er auf dem jüdischen Friedhof die letzten fünfhundert im Ghetto versteckten Juden erschießen und die Einsatzgruppe A meldet nach Berlin: "In Lettland wurde die Zahl der in Riga verbliebenen 29500 Juden auf 2500 verringert." 

  

Friedrich Jeckeln, geboren 1895 in Hornberg, kämpfte im Ersten Weltkrieg, schloss sich einem Freikorps an und trat 1929 in die NSDAP und bald danach in die SS ein, war evangelisch, dann "gottgläubig" und ein fanatischer Antisemit. Jeckeln war kein Rädchen im Getriebe der Vernichtungsmaschinerie, sondern ein Schwungrad, das die Dynamik antrieb, ein Brandbeschleuniger, Initiativtäter und Organisator. (Zu Jeckelns Biografie siehe: Ronald Smelser, Enrico Syring (Hg.), Die SS. Elite unter dem Totenkopf. Dreißig Lebensläufe, Paderborn 2000) Jeckeln hat mit dem Morden Erfahrung, denn er leitete das viertägige Massaker an dreiundzwanzigtausendsechshundert Juden in Kamenez-Podolsk und die "Judenaktion" in der Schlucht Babi Jar bei Kiew, bei der das Sonderkommando 4a, das Polizeiregiment Süd mit den Bataillonen 45 und 303 sowie eine Kompanie der Waffen-SS am 29. und am 30. September 1941, dem Erev Jom Kippur des Jahres 5702, dreiunddreißigtausendsiebenhunderteinundsiebzig Jüdinnen und Juden erschossen. Die Ereignismeldung nach Berlin lautete: "Die Aktion selbst ist reibungslos verlaufen. Irgendwelche Zwischenfälle haben sich nicht ergeben. Die gegen die Juden durchgeführte Umsiedlungsmaßnahme hat durchaus die Zustimmung der Bevölkerung gefunden."

  

In Rumbula perfektioniert Jeckeln die in Kamenez-Podolsk entwickelte und in Babi Jar weiter "verbesserte" Methode des Massenmords. Dort, wo sich die Ankömmlinge sammeln, stehen deutsche Polizisten und SS-Männer mit Schäferhunden, die man loszulassen droht, wenn jemand fliehen will oder sich widersetzt. Man zwingt die Berliner Juden am frühen Morgen des 30.11.1941, dem ersten Advent, das Gepäck abzulegen, sich bis auf die Unterwäsche zu entkleiden und die Kleider auf Haufen zu werfen. (In Kamenez Podolsk hatte man die Opfer nackt erschossen.) Hundert von Jeckelns Männern bilden eine zu den einzelnen Erschießungsgruben führende Gasse, durch die man jeweils fünfzig Opfer, einen "Marschblock", treibt. Weitere hundert Männer bilden fast Schulter an Schulter eine schmale Gasse, "Schlauch" oder "Spalier" genannt, die sich stetig verengend, bis in der Breite nur noch eine Person darin Platz hat, zur Grube führt und durch die jeweils zehn Menschen hintereinander getrieben werden. So fließt ein beständiger dünner Strom langsam durch einen immer enger werdenden Korridor aus SS-Männern, denn es soll vermieden werden, dass sich die Menschen an den Gruben stauen und dort warten müssen. Das hatte in Kamenez-Podolsk zu Unruhen unter den zu Erschießenden und Mördern geführt. Jeckeln hat ein Stapelsystem entwickelt, mit dem eine Höchstzahl von Leichen in eine Grube passt, die so genannte "Sardinenpackung". Dabei müssen sich die zu Erschießenden derart auf die Toten und Halbtoten legen, dass ihre Köpfe zwischen deren Füße zu liegen kommen, Kinderkörper werden zum Füllen von Zwischenräumen verwendet, "so wird Platz gespart", wie einer der Helfer Jeckelns in einem Nachkriegsprozess aussagt. Während in Kamenez manche Opfer stehend oder kniend erschossen wurden, fordert man in Rumbula jeweils zehn Menschen auf, sich auf die bereits Erschossenen oder Halbtoten zu legen. Die Schützen, sog. "Schießer", geben ihnen aus etwa zwei Metern Entfernung einen Schuss in den Nacken, einen einzigen Schuss erlaubt Jeckeln pro Person, doch das gelingt nicht immer. Auf den Leichen stehen sog. "Packer", die die Toten ausrichten und den Halbtoten, die aufzustehen versuchen, den sog. Fangschuss geben, "Nachschießen" nennt Jeckeln das und wütet, weil dabei zu viel Munition verbraucht wird. Über dreihundert deutsche Polizisten und SS-Leute sowie fast 500 lettische Hilfspolizisten unter dem Kommando Arājs sind bei den Erschießungen dabei, "gearbeitet" wird jeweils an drei Gruben gleichzeitig. Alle Männer, Deutsche wie Letten, werden mit Sonderrationen Zigaretten, Schnaps und Proviant verpflegt. In hingelegten Schränken mit sperrangelweit offenen Türen sammeln die Deutschen Schmuck, Uhren, Geld und andere Wertsachen ein, darauf bedacht, dass nichts in die Taschen der lettischen "Hilfswilligen" wandert, in den Augen der Deutschen Gesindel, doch für die "Drecksarbeit" unentbehrlich.

 

"In die Grube geführt, legten sich die Menschen ´wie die Heringe` aneinandergereiht auf. (…) In einer der großen Gruben schritten ihre Mörder über die Menschen oder an ihnen vorbei und gaben gezielte Genickschüsse aus ihren Maschinenpistolen ab. (…) In den Gruben selbst waren nur wenige Schützen tätig, die jeweils eine auf Einzelfeuer eingestellte Maschinenpistole bedienten. Über seine Opfer gehend konnte so ein ´Schießer`50 Schüsse abgeben, um sogleich ein neues Magazin von einem ´Kameraden`, der ausschließlich für das Nachfüllen mit Patronen verantwortlich war, zu erhalten, bis eine Reihe der am Boden liegenden Menschen erschossen war. (…) Jeckeln selbst soll wie ´Napoleon auf dem Feldherrnhügel` sein Werk betrachtet haben. (…) Zurück blieben die hingeschlachteten Körper von etwa 14.000 Menschen dieses ersten Aktionstages der Liquidierung des Rigaer Ghettos." (Andrej Angrick, Peter Klein, S.159, S.143, S.163 und S.166)

 

Verborgen bleibt das Massaker nicht. Lettische Bürger aus den Ortschaften der Umgebung machen Spaziergänge zu den offenen Gruben. Und trotz befohlener Geheimhaltung gelangen Berichte ins Reich und der Philologe Victor Klemperer schreibt am 13.1.1942 in Dresden in sein Tagebuch: "Gerücht, aber von verschiedenen Seiten sehr glaubhaft mitgeteilt, es seien evakuierte Juden bei Riga reihenweise, wie sie den Zug verließen, erschossen worden." (Victor Klemperer, Ich will Zeugnis ablegen bis zum letzten. Tagebücher 1933-1945, Hg. Walter Nowojski unter Mitarbeit von Hadwig Klemperer. Berlin 1995)

 

Am 2. Dezember trifft in Riga ein Transport mit eintausendundacht Juden aus Nürnberg ein, die auf ihrem Weg "einen unnatürlich hohen, auffälligen Berg an Koffern" sahen. "Bei den Koffern handelte es sich sicher um das Gepäck der Berliner Juden." (Andrej Angrick, Peter Klein, S.218)

 

Als die Rote Armee anrückt, flieht Jeckeln, wird aber am 28. April 1945 festgenommen. Die Sowjets machen ihm im Januar 1946 den Prozess. Jeckeln übernimmt die Verantwortung für seine Untaten, zeigt keine Reue und verteidigt sich mit dem Argument, der durch Himmler übermittelte "Führerbefehl" sei für ihn die einzige Instanz gewesen. Am 3. Februar 1946 wird er vor einer Menschenmenge auf dem "Platz des Sieges" in Riga aufgehängt.

  

Auf dem Bahnhof Grunewald befindet sich heute eine Gedenkstätte; entlang des Gleises, von dem die Deportationszüge abgingen, sind die Transporte vermerkt, auch der, in dem sich Klara Habel befand. https://www.youtube.com/watch?v=sTiNTHqlS6w ist ein kurzer Film (4:44) über das heutige Rumbula-Wäldchen als Gedenkort; zu sehen ist hier der letzte Weg, den Klara Habel ging.  

 

  

 

 

Mishima Yukio

Arthur Schopenhauer